Dienstag, 24 Februar 2026 14:31

Leipzig vereinfacht Konzeptverfahren

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 Neue Regeln sollen kleineren Bauprojekten in Leipzig den Zugang zu städtischen Grundstücken erleichtern. Neue Regeln sollen kleineren Bauprojekten in Leipzig den Zugang zu städtischen Grundstücken erleichtern. Foto: Pexels / Lizenz: Pexels

Die Stadt Leipzig plant eine grundlegende Anpassung ihrer Vergabepraxis für kommunale Grundstücke. Initiativen und kleine Baugemeinschaften sollen künftig bessere Chancen erhalten. Bislang scheiterten viele an finanziellen und formalen Hürden. Nun reagiert die Verwaltung mit konkreten Änderungen. Die Stadtspitze hat eine Neuausrichtung der Konzeptverfahren beschlossen. Der Stadtrat muss noch zustimmen.

Inhaltsverzeichnis

Thomas Dienberg und Stadt Leipzig

Neue Regeln für kleinere Grundstücke

Grundstücke unter 1.000 Quadratmetern sollen künftig flexibler vergeben werden. Die Bewertungskriterien werden an die Größe angepasst. Bei kleineren Flächen kann auf zusätzliche Pflichtkriterien verzichtet werden. Das reduziert Aufwand und Kosten.

Zudem ist geplant, diese Grundstücke nicht nur im Erbbaurecht zu vergeben. Künftig könnte auch ein Kauf möglich sein. Bisher war ausschließlich die Vergabe im Erbbaurecht vorgesehen. Der Vorschlag stammt von Baubürgermeister Thomas Dienberg. Die Stadtspitze hat ihn angenommen.

Die Anpassungen reagieren auf sinkende Bewerberzahlen. Gründe waren schwierige Baufinanzierungen, geringere Fördermittel und hohe Anforderungen an die Konzepte. Das Amt für Wohnungsbau und Stadterneuerung bestätigte diese Entwicklung nach einer Evaluation. Im Zusammenhang mit der angespannten Lage auf dem Wohnungsmarkt wird auch auf die Wohnungsnot in Leipzig verwiesen.

Konzeptverfahren der Stadt Leipzig

Instrument für soziale und nachhaltige Projekte

Seit 2018 nutzt Leipzig das Instrument Konzeptverfahren. Dabei entscheidet nicht der Höchstpreis über die Vergabe kommunaler Grundstücke. Maßgeblich sind wohnungspolitische Ziele.

Zu den Kriterien zählen unter anderem

  • Soziale Aspekte
  • Nachhaltigkeit
  • Innerstädtische Eigentumsbildung

So entstanden unterschiedliche Wohnformen. Beispiele sind

  1. Projekte für Menschen mit Behinderung
  2. Mehrgenerationenhäuser
  3. Clusterwohnungen mit kombinierten Privat- und Gemeinschaftsräumen

Beispiele Breitschuhstraße und Cichoriusstraße

Erfolgreiche Umsetzungen finden sich in der Breitschuhstraße und der Cichoriusstraße. Dort wurden Projekte realisiert, die neue Wohn- und Nutzungsmodelle erproben. Diese Vorhaben gelten als Beispiele für experimentelles und nachhaltiges Bauen in Leipzig.

Die Konzeptverfahren sind Teil der städtischen Strategie zur bedarfsgerechten Wohnraumversorgung. Ziel ist es, mehrgeschossigen Wohnungsbau auf kommunalen Flächen wieder erfolgreich zu veräußern. Weitere Informationen stellt die Stadt online bereit unter www.leipzig.de/konzeptverfahren. Ergänzende Entwicklungen zur Stadtpolitik finden sich hier.

Am 24. Februar werden ausgewählte Häuser in der Reihe Architektur im Film präsentiert. Am 27. und 28. Juni öffnen mehrere Gebäude zu den Tagen der Architektur ihre Türen für Besucher. Hinweise zu weiteren Veranstaltungen und wichtige Events in der Stadt sind ebenfalls online abrufbar.

FAQ

Was sind Konzeptverfahren in Leipzig?

Konzeptverfahren sind ein Instrument der Stadt Leipzig, bei dem kommunale Grundstücke nicht nach dem Höchstpreis, sondern nach wohnungspolitischen Kriterien wie sozialen Aspekten, Nachhaltigkeit und Eigentumsbildung vergeben werden.

Welche Änderungen hat die Stadt Leipzig beschlossen?

Die Stadtspitze hat eine Neuausrichtung beschlossen, nach der Kriterien an die Grundstücksgröße angepasst werden und bei Flächen unter 1.000 Quadratmetern zusätzliche Pflichtkriterien entfallen können.

Was ändert sich für Grundstücke unter 1.000 Quadratmetern?

Für kleinere Grundstücke kann künftig auf zusätzliche Anforderungen verzichtet werden. Außerdem soll neben dem Erbbaurecht auch ein regulärer Kauf möglich sein.

Seit wann werden Konzeptverfahren in Leipzig angewendet?

Die Konzeptverfahren werden in Leipzig seit dem Jahr 2018 angewendet und wurden umfassend evaluiert.

Warum ist die Zahl der Bewerbungen zurückgegangen?

Laut Amt für Wohnungsbau und Stadterneuerung waren schwierige Baufinanzierungen, geringere Fördermittel und hohe Anforderungen an die Konzepte zentrale Gründe für den Rückgang der Bewerberzahlen.

Quelle: LEIPZIGER ZETUNG, WEBRIVAIG