Freitag, 26 September 2025 13:48

Millionenbetrug durch Cybertrading in Sachsen

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Opfer in Sachsen verlieren Millionen durch falsche Handelsplattformen Opfer in Sachsen verlieren Millionen durch falsche Handelsplattformen Pixabay/Foto illustrativ

Die Polizei in Sachsen verzeichnet seit Jahren steigende Zahlen von Opfern sogenannter Cybertrading-Betrügereien. Allein zwischen 2018 und 2024 verloren Menschen im Freistaat mehr als 217 Millionen Euro an Kriminelle. Die Täter nutzen soziale Netzwerke, um mit verlockenden Versprechen in die Falle zu locken.

Inhaltsverzeichnis:

Dresdner verliert über zwei Millionen euro

Ein 48-jähriger Mann aus Dresden wurde durch eine Anzeige auf Facebook auf die angebliche Firma „KKR“ aufmerksam. Er trat über WhatsApp in Kontakt mit den vermeintlichen Händlern. Innerhalb kurzer Zeit investierte er Summen in Millionenhöhe. Zunächst schienen Auszahlungen möglich zu sein, doch die Plattform verlangte immer höhere Gebühren. Schließlich reagierten die Betreiber gar nicht mehr. Sein Verlust belief sich auf über 2.000.000 Euro.

Leipziger gerät in eine schuldenfalle

Ein 56-Jähriger aus Leipzig begann mit kleinen Beträgen. Doch er wurde immer wieder zu neuen Einzahlungen gedrängt. Um angebliche Steuern zu zahlen, nahm er zusätzlich Geld bei Freunden und Verwandten auf. Am Ende verlor er seine gesamten Rücklagen und insgesamt 600.000 Euro. Sein Konto wurde gesperrt, Auszahlungen erhielt er nie.

Weitere fälle in Chemnitz, Görlitz und Zwickau

Die Polizei meldet weitere Betroffene.

  • Ein 63-Jähriger aus Chemnitz verlor 87.000 Euro.
  • Ein Mann aus dem Raum Görlitz meldete einen Schaden von 41.000 Euro.
  • Ein 35-Jähriger aus Zwickau wurde um 70.000 Euro betrogen.

Alle Geschädigten berichteten von identischen Mustern. Kriminelle täuschten Gewinne vor und verlangten später Gebühren, um angebliche Auszahlungen freizuschalten.

Polizei warnt vor typischen merkmalen

Das Landeskriminalamt Sachsen weist auf wiederkehrende Betrugsmethoden hin:

  1. Kontaktaufnahme ohne Aufforderung über WhatsApp, Telegramm, Telefon oder soziale Netzwerke
  2. Versprechen hoher Gewinne bei geringem Risiko
  3. Druck durch Zeitknappheit und psychische Manipulation
  4. Forderung von Gebühren oder Steuern für angebliche Gewinnauszahlungen

Seriöse Finanzdienstleister sind stets bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) registriert. Wer Opfer wird, soll alle Belege wie Chats, Screenshots und Kontoauszüge sichern und sofort Anzeige bei der Polizei erstatten.

Quelle: TAG24, webrivaig.com/de