Inhaltsverzeichnis:
- Picasso und Miró im Dialog mit Neo Rauch
- Matisse, Kandinsky und die Vielfalt der Moderne
- Rosemarie Rataiczyk und die Kunst der DDR
- Architektur und Konzept der Ausstellung
Picasso und Miró im Dialog mit Neo Rauch
Der Rundgang führt durch alle vier Etagen des Museums. Textile Arbeiten sind direkt in die Dauerausstellung integriert. So hängt ein großformatiger Teppich von Tania Mouraud neben einem Werk von Neo Rauch. Auch Margret Eichers „Urteil des Paris“ ist in unmittelbarer Nähe zu Max Klingers gleichnamiger Arbeit zu sehen. Dadurch entsteht ein Dialog zwischen alten und neuen Kunstformen.
Im zweiten Obergeschoss begegnet man einem Strickteppich der niederländischen Künstlerin Fanja Bouts, eingebettet in eine Sektion mit Werken der Renaissance und des Barock. Laut MDR-Kunstkritikerin Ulrike Thielmann reflektiert dieses Werk in mittelalterlicher Bildsprache den heutigen Konsum. Ein Blick auf Leipzigs beeindruckende Museumsvielfalt zeigt, wie stark die Stadt derzeit als Kulturzentrum Mitteldeutschlands wahrgenommen wird.
Matisse, Kandinsky und die Vielfalt der Moderne
Im Untergeschoss sind bedeutende Werke der Klassischen Moderne zu sehen. Dazu gehört Henri Matisses übergroßer Bildteppich „Die Lautenspielerin“. Ergänzt wird die Schau durch abstrakte Arbeiten von Wassily Kandinsky und Sonia Delaunay. Diese Zusammenstellung zeigt die Entwicklung der Tapisserie von der klassischen Malerei hin zur freien Form.
Im dritten Obergeschoss widmet sich die Ausstellung der DDR-Kunst. Dort erlebten Wandteppiche eine Renaissance, getrieben durch den staatlichen Repräsentationsanspruch. Ein zentrales Beispiel ist Willi Sittes „Ikarus“ aus dem Jahr 1957, das stark von Picasso beeinflusst wurde. Wer sich für weitere kulturelle Ereignisse der Region interessiert, findet unter Musikherbst 2025 in Mitteldeutschland Informationen zu musikalischen Höhepunkten des Jahres.
Rosemarie Rataiczyk und die Kunst der DDR
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf den Arbeiten von Rosemarie Rataiczyk aus Halle. Sie führte eine kleine Teppichwerkstatt in der Talstraße und fertigte unter anderem ein Werk mit Tauben und Raubtieren für die DDR-Siedlung Wandlitz. Walter Ulbricht ließ den Teppich später entfernen – nicht aus handwerklichen Gründen, sondern wegen der symbolischen Aussage. Diese Entscheidung unterstreicht die politische Dimension der Kunst jener Zeit.
Rataiczyks Beitrag verdeutlicht, wie Künstlerinnen in der DDR trotz Einschränkungen eigene Wege fanden. Ähnlich prägend für Leipzigs kulturelle Entwicklung sind aktuelle gesellschaftliche Themen wie die Wohnungsnot in Leipzig, die ebenfalls Einfluss auf die Kulturlandschaft der Stadt hat.
Architektur und Konzept der Ausstellung
Die Ausstellung nutzt eine eigens entworfene Architektur aus Holzrahmen, die neue Perspektiven auf die Kunstwerke eröffnet. Einige Tapisserien hängen frei im Raum, sodass auch ihre Rückseiten sichtbar sind. Dieses Konzept betont den skulpturalen Charakter der Bildteppiche und bricht mit der traditionellen Präsentationsweise.
Im großen Saal des dritten Obergeschosses verdeutlicht ein Entwurf des Bühnenbildners Hans-Jörg Hartung, warum die Schau „Welt aus Fäden“ heißt. Wandteppiche werden hier nicht nur als flache Dekoration verstanden, sondern als Objekte mit Raumwirkung.
„Welt aus Fäden. Bildteppiche der Moderne“ ist bis zum 12. April 2026 im Museum der bildenden Künste Leipzig, Katharinenstraße 10, 04109 Leipzig, zu sehen.
Öffnungszeiten: Dienstag, Donnerstag bis Sonntag 10–18 Uhr, Mittwoch 12–20 Uhr, Montag geschlossen.
Eintritt: 10 Euro, ermäßigt 5 Euro.
Standort auf Google Maps prüfen:
Karte: Google Maps / Standort des Objekts
Quelle: MDR
FAQ
Was zeigt die Ausstellung „Welt aus Fäden“ im Museum der bildenden Künste Leipzig?
Die Ausstellung präsentiert rund 50 Bildteppiche der Moderne und verbindet Werke von Künstlern wie Pablo Picasso, Henri Matisse, Wassily Kandinsky und Jean Miró mit Tapisserien aus der DDR-Zeit.
Wie lange läuft die Ausstellung im MdbK Leipzig?
„Welt aus Fäden. Bildteppiche der Moderne“ ist bis zum 12. April 2026 im Museum der bildenden Künste Leipzig zu sehen.
Wo befindet sich das Museum der bildenden Künste Leipzig?
Das Museum befindet sich in der Katharinenstraße 10, 04109 Leipzig.
Wie hoch ist der Eintrittspreis zur Ausstellung?
Der Eintritt kostet 10 Euro, ermäßigt 5 Euro.
Welche Künstler sind in der Ausstellung vertreten?
Zu sehen sind Werke von Pablo Picasso, Henri Matisse, Wassily Kandinsky, Sonia Delaunay, Tania Mouraud, Margret Eicher, Willi Sitte und Rosemarie Rataiczyk.
Was ist das Besondere an der Ausstellungsgestaltung?
Die Ausstellung nutzt freistehende Holzrahmen, wodurch Besucher die Tapisserien von beiden Seiten betrachten können. Dadurch entsteht eine moderne, skulpturale Wirkung der Werke.
Welche Öffnungszeiten gelten für das MdbK Leipzig?
Das Museum ist Dienstag, Donnerstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr sowie Mittwoch von 12 bis 20 Uhr geöffnet. Montags bleibt es geschlossen.