Dienstag, 10 Februar 2026 10:26

Pop trifft Shakespeare

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Premierenabend am Schauspiel Leipzig, bei dem Shakespeares Komödie mit Elementen der Popmusik neu interpretiert wird. Premierenabend am Schauspiel Leipzig, bei dem Shakespeares Komödie mit Elementen der Popmusik neu interpretiert wird. Foto: Pixabay / Lizenz: Pixabay

Am Schauspiel Leipzig wurde am Wochenende eine neue Produktion erstmals gezeigt. „Was ihr wollt (A Tortured Lover’s Version)“ feierte seine Premiere auf der großen Bühne. Grundlage ist die Komödie von William Shakespeare. Die Inszenierung verbindet den klassischen Stoff mit Songs von Taylor Swift. Die Aufführung dauert knapp 90 Minuten. Eine Pause ist nicht vorgesehen. Der Text wurde stark verdichtet. Solche Premieren zählen regelmäßig zu den kulturellen Höhepunkten in Leipzig. Der Abend beginnt musikalisch. Noch vor dem eigentlichen Spiel erscheint eine Figur im Harlekin-Kostüm. Sie stellt eine Verbindung zwischen Popkonzert und Theaterraum her. Diese Rolle strukturiert den weiteren Verlauf der Inszenierung.

Inhaltsverzeichnis

Schauspiel Leipzig und Pia Richter

Die Regie übernahm Pia Richter. Sie setzt auf eine klare Mischung aus Schauspiel, Musik und Bewegung. Eine Schauspielerin tritt als Figur namens Taylor auf. Gespielt wird sie von Juli Niemann. Diese Figur fungiert als Spielmacherin. Sie führt durch die Handlung. Gleichzeitig übernimmt sie die Rolle eines Narren im shakespeareschen Sinn.

Taylor tritt mit Maske und Kostüm der Commedia dell’arte auf. Zu Beginn singt sie leise die Zeile „I'm a mirrorball. And I'll show you every version of yourself tonight.“ Die Worte erscheinen auch als Übertitel. Damit wird früh ein inhaltlicher Rahmen gesetzt.

Im Verlauf des Abends greift Taylor immer wieder ein. Sie kommentiert Szenen. Sie stellt Figuren vor. Zudem streut sie kurze Passagen aus bekannten Songs von Taylor Swift ein. Insgesamt sind es knapp 10 Titel. Dazu zählen „Shake It Off“, „Lover“, „The Man“ und „Clara Bow“. Meist bleiben es einzelne Zeilen. Ganze Songs werden nicht ausgespielt.

Musik Band und Konzertoptik

Zur Figur Taylor gehört eine Live-Band. Sie besteht aus Schlagzeug, E-Bass und Keyboard. Alle Musiker tragen Glitzeranzüge. Später erscheint auch Taylor in einem solchen Kostüm. Die Optik erinnert stellenweise an ein Popkonzert. Gleichzeitig bleibt der Theaterraum klar erkennbar. Ähnliche musikalische Formate prägen auch die Musiknächte in Mitteldeutschland.

Die Musik begleitet viele Szenen. Sie unterbricht Dialoge. Sie setzt Akzente. Häufig werden Textzeilen zusätzlich projiziert. Dadurch entsteht eine doppelte Erzählebene. Gesprochenes Wort und gesungener Text stehen nebeneinander. Die Songs dienen dabei nicht als eigenständige Nummern, sondern als kurze Kommentare zum Geschehen.

Bühnenbild von Julia Nussbaumer

Das Bühnenbild entwarf Julia Nussbaumer. Es orientiert sich am historischen Globe Theatre. Der Raum ist kreisrund angelegt. Drei Galerien umgeben die Spielfläche. In Leipzig erscheint diese Konstruktion als weißes Stahl-Fachwerk. Sie füllt nahezu die gesamte Bühne aus.

Die Schauspieler bewegen sich häufig auf den Galerien. Sie laufen. Sie klettern. Sie turnen. Dadurch entsteht eine permanente Bewegung. Das Bühnenbild wirkt wie ein Gerüst. Es dient zugleich als Spielfläche und als räumliche Struktur. Stillstand gibt es kaum.

Kostüme von Lise Kruse

Die Kostüme gestaltete Lise Kruse. Sie verbinden historische Formen mit modernen Farben und Materialien. Grundlage sind Renaissance-Schnitte. Diese werden mit Pop-Art-Elementen kombiniert. Dadurch entsteht ein bewusster Stilbruch.

Ein Beispiel ist die Figur Malvolio. Er ist der Diener Olivias. Klassische gelbe Strümpfe trägt er nicht. Stattdessen erscheint er in einer grellgelben Kunstfellhose. Das Kostüm wirkt überzeichnet. Es unterstreicht den komödiantischen Charakter der Figur.

Viola Sebastian und Illyrien

Im Mittelpunkt der Handlung steht das Zwillingspaar Viola und Sebastian. Beide befinden sich auf einer Schiffsreise. Ein Sturm bringt das Schiff zum Kentern. Nach dem Unglück rettet sich Viola allein an die Küste. Der Ort trägt den Namen Illyrien.

Illyrien wird im Stück mehrfach mit Elysium verwechselt. Gemeint ist die Insel der Seligen. Diese Verwechslung verstärkt das Motiv der Täuschung. Nichts ist eindeutig. Identitäten bleiben unsicher.

Viola verkleidet sich als Mann. Sie nennt sich Cesario. In dieser Gestalt tritt sie in die Dienste von Herzog Orsino. Orsino ist in die Gräfin Olivia verliebt. Cesario überbringt ihr einen Liebesbrief. Daraufhin verliebt sich Olivia in Cesario. Die Situation spitzt sich zu, als Sebastian wieder auftaucht. Er sieht Cesario exakt ähnlich.

Figurenkonstellation und Kürzungen

Der Text wurde stark gekürzt. Dadurch bleibt vielen Figuren wenig Zeit zur Entwicklung. Konflikte werden häufig nur angerissen. Längere Dialoge fehlen. Szenen wechseln schnell.

Eine Ausnahme bildet Viola. Sie wird von Vanessa Czapla gespielt. Auch Olivia, dargestellt von Teresa Schergaut, erhält Raum. Zu Beginn können beide ihre Beziehung ausführlicher entwickeln. Dieser Abschnitt nimmt spürbar Zeit ein. Auch Malvolio, gespielt von Denis Petković, bekommt eine ausgearbeitete Szene mit den berühmten Strümpfen.

Andere Rollen treten deutlich kürzer auf. Dazu zählen Orsino, Sebastian sowie Antonio, hier als Antonia angelegt. Sie fungieren vor allem als Träger der Handlung. Eigene Konflikte werden kaum vertieft.

Team und Produktion

Zur Inszenierung gehört ein umfangreiches künstlerisches Team. Regie führte Pia Richter. Für Bühne zeichnete Julia Nussbaumer verantwortlich. Die Kostüme stammen von Lise Kruse. Die musikalische Leitung übernahm Maria Moling. Die Choreografie entwickelte Vasiliki Bara. Dramaturgisch begleitet wurde das Projekt von Julia Buchberger. Für das Licht war Veit-Rüdiger Griess zuständig. Videoarbeiten stammen von Philip Schroeder.

Das Stück wird am Schauspiel Leipzig in der Bosestraße 1 in 04109 Leipzig gezeigt. Weitere Hinweise zu Musik- und Kulturangeboten finden sich hier.

Termine und Aufführungen

Die Produktion ist an mehreren Abenden angesetzt. 14. Februar 2026 um 19.30 Uhr. 15. März 2026 um 18 Uhr. 26. März 2026 um 19.30 Uhr. 4. April 2026 um 19.30 Uhr. 30. April 2026 um 19.30 Uhr. 16. Mai 2026 um 19.30 Uhr. 30. Mai 2026 um 19.30 Uhr.

„Was ihr wollt (A Tortured Lover’s Version)“ verbindet eine klassische Shakespeare-Handlung mit Elementen moderner Popmusik. Die Inszenierung bleibt inhaltlich eng an der Vorlage und setzt auf eine klare visuelle und musikalische Struktur.

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FAQ

Worum geht es in „Was ihr wollt (A Tortured Lover’s Version)“?

Das Stück basiert auf der Komödie von William Shakespeare und verbindet die Originalhandlung mit kurzen musikalischen Zitaten aus Songs von Taylor Swift.

Wo wurde die Premiere aufgeführt?

Die Premiere fand am Schauspiel Leipzig in der Bosestraße 1 in 04109 Leipzig statt.

Wer führte Regie bei der Inszenierung?

Die Regie übernahm Pia Richter, die klassische Schauspielarbeit mit Musik- und Bewegungselementen kombinierte.

Welche Rolle spielt Taylor Swift in der Aufführung?

Songs von Taylor Swift werden in Form kurzer Textpassagen und musikalischer Einwürfe genutzt und von der Figur Taylor, gespielt von Juli Niemann, in das Stück eingebettet.

Wie lange dauert die Aufführung?

Die Inszenierung dauert knapp 90 Minuten und wird ohne Pause gespielt.

Welche Figuren stehen im Mittelpunkt der Handlung?

Im Zentrum stehen Viola und Sebastian sowie Herzog Orsino, Gräfin Olivia und der Diener Malvolio.

Wer gestaltete Bühne und Kostüme?

Das Bühnenbild entwarf Julia Nussbaumer, die Kostüme stammen von Lise Kruse.

An welchen Terminen wird das Stück gezeigt?

Die Aufführungen finden zwischen Februar und Mai 2026 an mehreren Abenden im Schauspiel Leipzig statt.

Quelle: MDR, WEBRIVAIG

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