Die Süßigkeit hat eine lange und faszinierende Geschichte. Die ersten Aufzeichnungen über die Verwendung von Süßholzwurzel, dem Hauptbestandteil, reichen bis ins alten Ägypten zurück. Damals wurde die Wurzel als Heilmittel gegen Husten und Halsschmerzen eingesetzt. Im Laufe der Jahrhunderte verbreitete sich die Nutzung in ganz Europa und Asien. Im Mittelalter war die schwarze Köstlichkeit bereits eine beliebte Nascherei, die vor allem auf Jahrmärkten und Festen angeboten wurde.
Die Herstellung
Die Produktion ist ein aufwendiger Prozess. Zunächst wird die Süßholzwurzel getrocknet und zu einem feinen Pulver gemahlen. Dieses Pulver wird dann mit Wasser und anderen Zutaten wie Zucker, Mehl und Aroma vermischt und zu einer zähen Masse gekocht. Die Masse wird anschließend in Formen gepresst und getrocknet. Je nach Rezept und Herstellungsverfahren kann die Konsistenz und der Geschmack variieren.
Moderne Vielfalt
Heute ist Lakritz in vielen verschiedenen Formen und Geschmacksrichtungen erhältlich. Von klassischen Stangen über Schnecken bis hin zu Salz- oder Chili-Varianten gibt es für jeden Geschmack etwas Passendes. Auch in der Küche findet sie immer häufiger Verwendung, zum Beispiel als Zutat für Soßen, Desserts oder Cocktails.
Inhaltsstoffe
Das Lakritz besteht hauptsächlich aus Süßholzwurzel, Zucker und Stärke. Die Wurzel enthält den Wirkstoff Glycyrrhizin, der für den charakteristischen Geschmack verantwortlich ist. Glycyrrhizin ist etwa 50-mal süßer als Zucker und hat eine leicht kratzige Note. Schon im alten Ägypten wurde Süßholz als Heilmittel verwendet und im Mittelalter war die schwarze Spezialität ein bewährtes Mittel gegen Husten und Heiserkeit. Heutzutage gibt es sie in vielen verschiedenen Varianten – von salzigen Sorten bis zu weichen Stücken mit Fruchtaromen.
Gesundheitliche Aspekte
Die enthaltenen Stoffe im Lakritz können sich positiv auf die Gesundheit auswirken. So hat Glycyrrhizin entzündungshemmende und antivirale Eigenschaften. Allerdings sollte man beim Verzehr vorsichtig sein. Ein übermäßiger Konsum kann zu Bluthochdruck, Kopfschmerzen und anderen Nebenwirkungen führen. Besonders Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen sollten zurückhaltend sein.
Kultur und Gesellschaft
In vielen nordeuropäischen Ländern wie Finnland, Schweden und den Niederlanden ist die Süßigkeit ein fester Bestandteil der kulinarischen Tradition. Dort gibt es sogar spezielle Läden und Manufakturen, die sich ausschließlich darauf spezialisiert haben.
In der Literatur
Auch in Büchern taucht sie immer wieder auf. In Astrid Lindgrens Kinderbuchklassiker Pippi Langstrumpf ist sie die Lieblingssüßigkeit der Protagonistin. Pippi ist bekannt für ihre Vorliebe für „Stangen, die lang wie ein Besenstiel sind“. Auch in anderen Büchern und Filmen spielt die Nascherei eine Rolle.
Als Symbol
Manchmal wird sie auch als Symbol verwendet. Sie steht oft für Exzentrik, Eigensinn und Nonkonformismus. In der Redewendung „Das ist mir Lakritz“ drückt man aus, dass einem etwas egal ist oder man sich nicht darum schert. Die Süßigkeit polarisiert die Geschmäcker – man liebt sie oder man hasst sie. Diese Eigenschaft macht sie zu einem interessanten Symbol für individuelle Vorlieben und Eigenheiten.