Freitag, 05 September 2025 17:57

Leipzig meldet steigenden Bedarf an Sozialwohnungen

Artikel bewerten
(0 Stimmen)
Sozialwohnungen in Leipzig bleiben knapp Sozialwohnungen in Leipzig bleiben knapp Foto: Pixabay

Die Ratsversammlung am 27. August zeigte deutlich, wie kritisch die Situation auf dem Leipziger Wohnungsmarkt ist. Trotz hoher Bautätigkeit reicht das Angebot an belegungsgebundenem Wohnraum nicht aus. Zum Stichtag 15.08.2025 umfasst der Bestand lediglich 2.044 Wohnungen mit Mietpreisbindung. Angesichts von 354.259 Wohnungen im gesamten Stadtgebiet ist das ein sehr kleiner Anteil.

Inhaltsverzeichnis:

Stadtbezirk Alt-West mit größtem Bestand

Die Zahlen zeigen erhebliche Unterschiede zwischen den einzelnen Stadtbezirken. Besonders auffällig ist der Stadtbezirk Alt-West. Hier befinden sich 556 mietpreisgebundene Wohnungen und damit mehr als in jedem anderen Gebiet. Auch der Stadtbezirk Nordwest liegt mit 272 Einheiten weit vorn. Dagegen weist der Stadtbezirk Süd nur 36 solcher Wohnungen auf.

Die Verteilung stellt sich wie folgt dar:

StadtbezirkKommunale EigentümerStiftungenGenossenschaftenPrivate EigentümerGesamt
Mitte 151 0 0 14 165
Nordost 5 0 3 182 190
Ost 31 0 13 90 134
Südost 43 0 14 106 163
Süd 18 0 4 14 36
Südwest 1 39 0 56 96
West 121 0 85 4 210
Alt-West 423 0 0 133 556
Nordwest 107 0 0 165 272
Nord 1 25 0 196 222
Gesamt 901 64 111 968 2.044

Jährlicher Bedarf bei über 1.000 Wohnungen

Nach Berechnungen des Amts für Wohnungsbau und Stadterneuerung werden jedes Jahr 1.150 neue mietpreisgebundene Wohnungen benötigt. Grundlage sind Daten der Kommunalen Bürgerumfrage sowie Prognosen zur Entwicklung von Einwohner- und Haushaltszahlen. Insgesamt werden jährlich 2.730 Wohnungen für Haushalte mit niedrigen Einkommen nach §1 und weitere 720 Wohnungen nach §2 der Einkommensgrenzenverordnung gebraucht.

Geplante Neubauten bis 2028

Die Stadt plant, bis Ende 2028 rund 1.461 neue Sozialwohnungen bereitzustellen. Das entspricht weniger als 500 Wohnungen pro Jahr. Damit wird der ermittelte Bedarf klar unterschritten. Ob sich die Zahl durch neue Förderzusagen erhöht, ist offen. Vertragsänderungen können den Bestand auch wieder verringern.

Begrenzte Förderung durch den Freistaat Sachsen

Das Amt beziffert den jährlichen Finanzbedarf für eine ausreichende Förderung auf 73,75 Millionen Euro. Davon entfallen 61,25 Millionen auf den ersten Förderweg, 6,75 Millionen auf kommunale Zuschüsse und 12,5 Millionen auf den zweiten Förderweg. Tatsächlich stellt der Freistaat jedoch nur rund 25 Millionen Euro jährlich bereit. Damit liegt die Förderung deutlich unter dem ermittelten Bedarf.

Die aktuellen Daten verdeutlichen, dass Leipzig trotz hoher Bautätigkeit nicht genügend mietpreisgebundenen Wohnraum schafft. Der wachsende Bedarf kann mit den vorhandenen Mitteln nicht gedeckt werden.

Quelle: LEIPZIGER ZEITUNG, webrivaig.com/de